Kriegspsychosen

Eine Topographie..

Betrachtet man mal die Vergangenheit und die Zeiten, wie sich Kriege und Friedenszeiten miteinander abwechselten, so wird man schnell feststellen, das meist eine bestimmte Reihenfolge in dieser ganzen Analogie der Kriege, der Gewaltherrschaften und der daraus entstandenen Psychosen und tiefsitzenden kollektiven Ängsten dahintersteckt.

Als Beispiel will ich nur mal die Mitteleuropäische Lage der letzten 100 Jahren betrachten:

1870 der Krieg mit Frankreich...

Damals fielen Millionen Männer auf dem Felde und hinterliessen ihre Frauen und ihre Millionen Kinder. Und wer noch erahnen kann, das früher 5-10 Kinder normal waren, der kann sich vorstellen, wie diese Vaterlosen Kinder dann aufgewachsen sind. Nur mit dem notwendigsten an Aufmerksamkeit und Nahrung versorgt und mussten schon früh auf den Feld zum Familienunterhalt beitragen.

Diese Kinder wurden dann erwachsen und bildeten in Deutschland die nächste Generation vin Soldaten und zogen 1918 ihrerseits in den ersten Weltkrieg. Dieser war schon so schrecklich, wie kein anderer. (Wer z.B. noch Großvaters Geschichten aus Verdun oder sonst wo aus der Ecke noch kennt, der weiss, wieviel Glück er überhaupt hatte, einen Großvater zu haben, der davon überhaupt erzählen kann)

Na gut... Nach diesem Krieg verloren schon 12- 14 Mill Menschen ihr Leben, wobei es wieder überwiegend die Männer waren, die starben. Was hinterliessen sie??
Noch mehr Witwen und Waisen....

Diese zogen mit der selben Begeisterung??(oder was auch immer) in den 2. Weltkrieg, der alles bisher dagewesene in den Schatten stellte. 1939-45 Nur mit noch dem Unterschied, das dann das Greuel des Schlachtfeldes nun ganz privat nach Hause kam und in Form von Stabbrand und Sprengbomben, die zu Hunderttausenden auf heimischen Boden fielen und die Frauen nicht nur ihre Männer verloren, sondern auch ihre Selbstachtung und ihre Kinder und schlussendlich selbst ihr Leben. Das war die größte Herausforderung, die jemals an die Stabilität der menschlichen Psyche gestellt wurden

Nun? wessen Nachkommen sind wir ?? (die 50-60er Generation)

Eben! Das sind Wir (jetzt älteren) Erwachsene!!!

Geprägt von den Emotionen der Eltern und ihrer emotionalen Erinnerung der ganzen Greuel des vergangenen Jahrhunderts!

Was haben wir also von unseren Eltern aus der Kriegsgeneration vererbt bekommen?

All die gesammelten emotionalen Erinnerung und Ängste aus den letzten 100 Jahren!!(und eigentlich von noch viel länger)

Was vererbten wir unseren Kindern weiter?

Ebenfalls die gesammelten emotionalen Erinnerung und unsere Ängste der vergangenen 100 Jahre. Nur mit dem Unterschied, das wir , bezw. unsere Kinder vergessen, woher diese Änste eigentlich stammen!

Haben unsere Kinder heute nicht genügend eigene, neue Ängste zu bewältigen?? Was wollen die mit unserem alten Schrott? Leben wir nicht heute im Jahr 2005??


Was bedeutet das?

Das sich die gesammelten Ängste in unserem Unterbewusstsein absetzten. Dort schlummern sie wie der faulige Schlamm eines verschmutzten Gewässers und werden aufgerührt, wenn irgend welche Wellen auf der Oberfläche des Bewusstseins den Grund aufwühlen und diese alten Ängste wiederbeleben, Sie stinken und verderben unsere Gefühle und wir wissen dann nicht mal mehr, was eigentlich mit uns geschieht und wundern uns, warum wir so viele Buh´s und Bäh´s und Horror´s in unserem innersten beherbergen.

All das und noch viel mehr bilden die Nahrung unserer heutigen emotionalen Verhalten!!

Was glauben wir wohl, wie alt unsere Furcht in Wirklichkeit ist??

Sie ist schon tausende von Jahren alt, da schon seit so langer Zeit sich dieses Spiel mit Krieg und Frieden wiederholt. Also ein Drame in vielen Akten, das scheinbar kein Ende kennt und uns immer weiter in der Entwicklung immer neueren Verteidigungs und Schutzmaßnahmen mündet! Wohin wollen wir uns denn hin entwickeln?

Quo Vadis...wohin gehst du...Mensch!

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