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oder daraus resultierende
Verhaltensmuster ...
...nach dem Motto: Schlagt die Zeit
tot, koste es,was es wolle!!...
Einleitung:
Das Grundgerüst der Langweile besteht
darin, das sie unnütze Schaffung und Gestaltung ermöglicht
(in welcher Form auch immer). Sie ist dafür verantwortlich,
das z.B. über situative oder fiktive Sachverhalte nachgedacht
wird, Realitäten geschaffen werden und sonstiges Wissen oder
Information Anwendung findet, obwohl sie eigentlich nicht, oder
zur falschen Zeit notwendig wären. Das meiste wird unter
"Fun" verbucht, was aber oft heisst, das dessen Auswirkungen
meist nicht richtig bedacht werden und deren Folgen von wegen
Unfälle bis zur globalen Umweltuzerstörung sind sie
täglich in den einschlägigen Boulevardzeitungen zu lesen.
Dies fürt in der Regel zu einer Verkomplizierung
bisheriger Sachverhalte und Situationen, da sie meist ohnehin
schon kompliziert genug sind, wenn sich nicht ordentlich erkennbar
sind und trotzdem funktionieren. Selbst prima funktionierendes
oder geordnetes wird oft aus Langeweile auf dem Altar des Tätigkeitsdranges
geopfert.
(Wer weiss, wie eine Liebe aus lange Weile
zerbricht, oder man aus lauter Langeweile sich mit Ängsten
auseinandersetzt oder fiktives Geschehen überdenkt, der hat
sicher selber schon erlebt, wie die eigene lange Weile zum Zerstörer
des eigenen Glückes wurde.)
Daher muss einem bewusst werden, wie die Langeweile
in ihrer Eigenschaft eigentlich funktioniert.
Es handelt sich schliesslich um Energien, die aus unserem Inneren
an die Oberfläche drängen und verbraucht werden wollen.
Rein faktisch gestaltet sich das Dilemma so, das jedes Lebewesen
in seiner Ruhephase Energie und Kraft "tankt", welche
in seiner Wachphase in Handlung umgesetzt werden will. Also ausgelebt
werden muß.
Nun! In freier Wildbahn kommt es weder bei
Mensch noch bei Tier zu ausgeprägter Langeweile. Das Leben
erfordert in diesem Falle meist seine ganze Kraft, (durch überwinden
von Bedrohungen, Mangel und Gefahren usw.) die jedes Wesen auch
fast immer bis zur nächsten Ruhephase ganz ausgegeben hat
und dann müde bis erschöpft auf seine Lagerstatt sinkt
und regeneriert.
Bei Tieren in Gefangenschaft (oder noch viel
auffälliger in der Käfighaltung), kommen ziemlich viele
Kräfte nicht zur Ausgabe und werden nicht richtig "verbraucht".
Dies ist in Einzelfällen nicht dramatisch, da jedes Wesen
auch Zeiten hat, an dem es nicht all seine Power zur aufrechterhaltung
seines Daseins aufwenden muss. Sollte es aber regelmässig
und über längere Zeiträume zu drastischer Tätigkeitseinschränkung
kommen, so fangen die angestauten Energien an "schlecht"
zu werden. So verwandeln sie sich von konstruktiven Energien in
destruktive Energien um.
Diese bewirken dann all die beobachtbaren Erscheinungen
wie Selbstverstümmelung und Aggression. (Nägel abfressen
Federn ausreissen, sich die Pfoten anfressen und all die zoologischen
Verhaltensstörungen bei Tieren in der Gefangenschaft, solange
sie alleine im Käfig sind. Sind jetzt mehrere zusammen in
einem Käfig der Langweile ausgesetzt, so gehen sie sich gegenseitig
auf den Keks und können so aggressiv werden, das sie sich
gar gegenseitig töten.)
Bei den Menschen ist das nicht anders!!
Nur das der Mensch noch zusätzlich damit
geplagt ist, denken zu müssen. Manchesmal wäre ein Schalter
nicht unpraktisch, der einen eine Zeitlang sich selber ausschalten
lassen liesse. Daher werden als Ersatz häufig Bewusstseinsverändernde
Substanzen eingenommen. Entweder legale, von der Pharmaindustrie
propagiert und produzierten "Medikamente", oder illegale
Drogen aller Art, je nach dem, welcher Teil des Bewusstseins abgeschaltet
oder unterdrückt werden will. Dazu natürlich all die
Arten von"sinnvollen" Freizeitbeschäftigungen,
welche ganze Industriezweige ernährt und helfen soll, die
eigene Langeweile in den Griff zu bekommen. Das ist nun mal Zivilisation(wie
immer man auch dazu stehen mag...)
Fakt ist, das unsere maschinisierte und automatisierte
Welt immer mehr Arbeitskraft brach liegen lässt und immer
weniger Energien verbrauchen lässt, was zwar durch geringere
Nahrungsaufnahme und immer mehr Freizeitaktivitäten z.T.
kompensiert werden kann, aber den Geist trotzdem treibt. Er will
ja schliesslich auch beschäftigt sein. Also beschäftigt
man sich mit allem möglichem. Dabei kann es natürlich
auch passieren, das man sich mit Dingen beschäftigt, die
einem vielleicht nicht so gut bekommen, vor allem dann, wenn es
darum geht, sein eigenes Sein und seinen Daseinszweck genauer
zu beleuchten. Dabei kann man sich leicht auf´s Glatteis
führen und mit Hilfe ungeeigneter Selbstbetrachtungs- Werkzeugen
sich regelrecht in seiner eigenen Psyche verlaufen. Daher ist
es von elementare Wichtigkeit, sich seiner Gedanken und seiner
Ziele, die man geistig besuchen will, im klaren zu sein, und auch
zu wissen, wann es besser ist, bestimmte Gedankenpfade zu verlassen.
Es ist nicht jedermenschens Sache, in seinem
Unterbewussten rum zu schnüffeln und aus zu spionieren, was
denn da drinnen nun tatsächlich abläuft. So gesehen,
ist also die Langeweile doch ein grosser Faktor bei psychischen
Störungen, und meiner Ansicht nach ist bestimmt die Hälfte
aller psychischen Erkrankungen auf geistige und physische Unterforderung
zurück zu führen.
Aus Langeweile sind schon Kriege geführt
worden und all so´n Kram und somit bildet sie meiner persönlichen
Anscht nach den wahren Feind des Menschen, welches sich schon
in der ganzen Geschichte der Menschheit in Form ihrer diversen
Ereignisse wiederspiegelt. Dies ist also ein Faktum, das in der
Politik niemals unterschätzt werden sollte, selbst Nero wusste
schon mit Hilfe von Brot und Spielen, was er dem Volk schuldig
war.
Esslingen, den 21, Feb.2005
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